Geschichte
Der Riss
Vor dreihundert Jahren riss der Himmel über der Kaltenmark auf. Man erinnert sich an diesen Tag als den Riss. Was durch die Wunde strömte, war kein Feuer, sondern ein fahler, leuchtender Dunst, den die Überlebenden den Schleier nannten.
Wo sich der Schleier niederließ, veränderte sich das Land. Wälder wuchsen zu hoch, Stein wurde warm – und aus dem Dunst kamen die Kolosse: riesenhafte Tote in Menschengestalt, ausgedörrt, von bleichem Kristall durchwachsen, mit Steinen, Ketten, Rüstungsteilen und Fahnenfetzen im Fleisch.
Die großen Städte umgaben sich mit Ringmauern aus Aschenstein, einem dichten Gestein, das der Schleier kaum durchdringt. Nur Hohenwehr hat bis heute überdauert.
Äther
Das Ätherzeug
Der Schleier hinterlässt Äther, einen kristallinen Rückstand, der Bewegungskraft speichert. Die Werkmeister der Aschenzunft lernten, Ätherzellen zu laden und als Dorn zu verschießen: Der Dorn beißt sich in eine Oberfläche, bindet sich daran, und sein Ätherseil lässt sich mit gespeicherter Kraft einholen.
Zwei Dornwerfer an Hüfte und Rücken, dazu ein Druckkessel – das ist das Ätherzeug. Es summt und tickt statt zu zischen, und seine Dornen sind dreizackig, keine Haken.